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Sagen über Möggers

DasWuotas im Sellergöhr

Josef und Agathle Baldauf von Sellergöhr in der Gemeinde Möggers waren zu einer Hochzeit nach Hohenweiler gegangen.
Die Mutter der Bäuerin, Ursula Schneider, hat gomet (das Haus gehütet).
Gegen Mitternacht machte sie das Fenster auf und spähte hinaus, ob die beiden noch nicht kämen. Da hörte sie auf einmal ein Weifen und Sausen, als ob den Millionen und Millionen nach Vögel daher zögen, und so grausig war es zum Anhören, daß es der Bäuerin durch Mark und Bein ging. Zitternd vor Schreck und Angst schloß sie das Fenster. Als bald darauf die Eheleute nach Hause kamen, rief ihnen die Mutter zu: „Jesus, Maria und Josef, äs ist doch guet, daß er kummed!“ und erzählte ihnen, was sie erlebt hatte. Darauf sagte der Bauer: „Guet, daß er ’s Feanster glei zuoto hend, des ist ’s Wuotas gsi!“

Gottlieb Blum, vulgo Sumüllar Gottlieb, ging einmal von Scheidegg seinem Heimatdorf Möggers zu. Nahe bei der Saumühle, seinem Eigentum, vernahm er in den Lüften einen Gesang, so wunderschön, wie er es in seinem Leben noch nie gehört habe, und daß er grad immer zulosen hätte mögen.

 

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 26, S. 43

Vergeltsgott

In einem Bauernhaus bei Möggers kehrte alle Jahre ein armer Hausierer zu und bat um ein Nachtlager im Heu.
Am Morgen zahlte er mit einem „Vergelt’s Gott!“ Doch der Bauer in seinem Geize hätte lieber ein paar Knöpfe oder Spagat umsonst gehabt und er höhnte und spottete, solche „Vergeltsgott“ habe er die ganze Scheune voll. – Nach seinem Tode aber hörte man ihn vom Haus ins Tenn irren und klagend rufen: „Ich kann’s nicht nehmen! Ich kann’s nicht nehmen!“ Im Jahr drauf kam der Hausierer wieder und die Bäuerin meinte, es werde ihn im Heu draußen zum übernachten wohl nimmer leiden, es geiste dort und rufe die ganze Nacht. Er aber blieb doch, und als in der Nacht der Bauer als Geist zu seinem Lager trat und jammerte: „Ich kann’s nicht nehmen!“ und die verschmähten Vergeltsgott damit meinte, die er jetzt so wohl hätte brauchen können, da wiederholte der Hausierer alle, mit denen er ehemals gedankt. Da ward die Seele des Bauers erlöst und alles war von da an wieder still und ruhig.

 

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 27, S. 43

Der Ulrichsbrunnen bei Möggers

Bei Möggers steht einsam im Walde, hart an der deutschen Grenze, eine Kapelle, die dem heiligen Ulrich, dem großen Bischof von Augsburg, geweiht ist.
Im Volk heißt sie Sankt-Ulrichs-Brunnen. Die Sage erzählt, als der heilige Ulrich in St. Gallen studierte, habe ihn der Weg in seine Heimat Dillingen Ober Möggers geführt.
Da habe ihn heftiger Durst befallen und er habe Gott innig um einen frischen Trunk Wasser angefleht. Alsbald sei jene Quelle entsprungen, die seitdem fließt und deren Wasser dem Volke als heilkräftig für Augenleiden gilt. Zum Andenken an dieses Wunder sei später über der Quelle die Ulrichskapelle gebaut worden. Das Altärchen steht da, wo das Wasser heraussprudelt. – Als die Schweden ins Land kamen, sollen sie die Ulrichskapelle zerstört haben. Sie wurde aber wieder aufgebaut.

 

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 28, S. 43f

 

Mit freundlicher Genehmigung von www.sagen.at